Wenn “ich mach das jetzt mal kurz” doch in der Realität genauso einfach wäre, wie ich mir das immer so vorstelle. Ich bin eher ungeduldig, wenn ich mir etwas ausdenke, möchte ich das machen und fertig. Mehrfache Anläufe, nachbessern, probieren, überarbeiten – alles nicht so meins. Deshalb war mein gestriger Nähabend nicht wirklich zufriedenstellend. Und ich werde an manches wohl nochmal ran müssen.
Unter anderem wurde der “Fußball für Afrika” (Aktion von burda style) fertig. Und obwohl Bälle eigentlich rund sein müssen, ist meiner es nicht. Mistdings, das. Allerdings wird der gute Ball damit leben müssen, dass er nicht perfekt ist. Wenn man ihn geschickt hindreht, fällt es gar nicht so auf… Dennoch bin ich mit meinen Nähkünsten hier alles andere als zufrieden. Die vielen Nahtzugaben und das exakte Aneinandernähen aller Teile… hachja. Zu wissen, woran es gelegen hat, ist immerhin ein kleiner Trost.
Der Ball ist rund. Oder auch nicht. An Schnittmuster und Anleitung
hat es nicht gelegen, ist aber doch schwieriger, als ich gedacht habe.
Schwerwiegender ist allerdings mein Versuch von neuen Little Friends misslungen. Ein Bienchen und eine Eule sollten es werden. Und nun, nachdem beide fertig sind, stelle ich fest: Irgendetwas fehlt. Bei der Eule kam ich auch drauf, was es ist: die Ohren. Meine Eule ist taub. Armes Ding. Bei der Biene bin ich noch nicht so recht darauf gekommen, warum sie nicht mit meiner Vorstellung der Little Friends-Biene übereinstimmt. Hier werde ich definitiv an beide nochmal ran müssen.
EDIT: Der Tiffygatte ♥ hat’s erkannt: Eine Biene ist quergestreift, nicht längsgestreift. Das mal als erstes. Und dann muss ich auch an die Farbkombi nochmal ran. Prototyp fehlgeschlagen.
Dafür habe ich aber einen hübschen Film gesehen:
Julie & Julia. Ein Film über das Kochen, Blogs, Inspiration und Durchhaltevermögen. Julie nimmt sich vor, alle 524 Rezepte eines Kochbuchs aus den 60er Jahren in einem Jahr nachzukochen und darüber in einem Blog zu berichten. Autorin des Kochbuchs ist die Küchen-Ikone Julia Child, deren Geschichte geschickt mit der von Julie verwoben wird. Sehr hübsch und charmant – Filmtipp! Eine Schande ist allerdings dieses merkwürdige Quicken, dass sich die großartige Meryl Streep von ihrer Synchronstimme gefallen lassen muss. Ein Jammer. Ansonsten wirklich sehenswert. Laut Wikipedia der erste Spielfilm, der auf einem Blog basiert – den gibt es nämlich wirklich, ebenso wie Julie, Julia und das dicke Kochbuch.
Hat mich an “Gerties new Blog for better sewing” erinnert. Statt einem Kochbuchklassiker hat sie sich ein altes Vogue-Nähbuch vorgenommen. Sehr lesenswert!
Meine Helden – Wallace & Gromit werden heute 20 Jahre alt! Da oute ich mich mal als großer, großer Fan – neben allen Filmen (wirklich wundervolle Stop-Motion-Filme) befinden sich diverse Stoff-Gromits in allen Größen und die nahezu komplette Becher-Sammlung im Tiffy-Haushalt.
Also: Hoch die Tassen, auf Euch, Wallace und Gromit!
Da ist es doch Zeit für neue, große Abenteuer und Filmrollen:
Ein Tarantino-Fan bin ich eigentlich nicht. Aber mir gefällt die Idee, dass eigentlich jeder seiner Filme eine Liebeserklärung an das Kino ist. Und ich mag einige seiner Filme, zum Beispiel Pulp Fiction, Jacky Brown und die Kill-Bill-Filme. Reservoir Dogs ist mir ein bisschen zu brutal. Death Proof hab ich bislang nicht gesehen, steht auf der DVD-Ausleih-Liste. Und Inglourious Basterds hat mich anfangs nicht sonderlich gereizt. Doch weil nun alle so rumschwärmen, musste ich ihn ja anschauen.
Ganz ehrlich: Ich verstehe die Aufregung nicht.
Es ist ein typischer Tarantino-Film. Doch diesmal trug genau das dazu bei, den Film an mir vorbeiplätschern zu lassen. Die Dialoge waren zu lang. Und manchmal täuschten sie nicht nur vor, nichtssagend zu sein – sie waren es auch. Die Einteilung in Kapitel war für den Erzählfluss wie ein Hackebeil, mit dem man ein Bein abhackt. Insgesamt wurde ich als Zuschauer zu sehr auf Distanz gehalten. Es gibt bei Tarantino oft keine eindeutigen Indentifikationsfiguren, mit denen man mitfiebert und –leidet. Dennoch funktionieren diese Filme. Bei den Basterds fand ich das zu sehr auf die Spitze getrieben: Es war eigentlich egal, wer lebte und wer starb. Relativ teilnahmslos nahm man das Geschehen zur Kenntnis. Mal eher überrascht, vielleicht mal erschrocken – aber immer mit emotionaler Distanz. Tarantino hat sein Publikum bewusst aus dem Film herausgehalten und macht uns immer wieder bewusst: „Hallo, das ist ein Film – du sitzt vor einer Leinwand.“ Auch mit Verfremdungs-Elementen wie Kapiteleinblendungen und eingeblendeten Namenszügen.
Wirklich grandios war die Besetzung – Mike Myers einmal ausgenommen. Die schauspielerische Leistung fand ich fabelhaft, vor allem natürlich Christoph Waltz.
Alles in allem: Ein intelligent gemachter Film, der bei genauerer Betrachtung durch seine Machart und die Kombination der Einzelelemente fasziniert. Anders als frühere Filme konnte er mich jedoch nicht mitreißen. Es ergab kein packendes, spannendes Ganzes. Dafür war mir die Distanz, auf der ich als Zuschauer gehalten wurde, zu groß.
Ganz abgesehen davon: Ich mag keine Kriegs- und Soldatenfilme. Und bei den Basterds wimmelt es von Soldatenuniformen. Auch wenn der Blickwinkel und die Herangehensweise komplett anders sind – es bleiben Soldaten, Uniformen und Krieg.
Ok, und wahrscheinlich war es der Spannung abträglich, dass einige der Kritiken, die ich gelesen hatte, den kompletten Filminhalt samt Ende schon verraten hatten. Denn wenn ich den Trailer nochmal anschaue – eigentlich war der Film schon ok. Aber eben nicht so fantastisch, wie ich erwartet hatte.
Ja, ich wiederhole mich. Aber: “Coraline” ist das perfekte Gruselmärchen für den Herbst. Und es gibt noch mehr davon! Ich habe nämlich erst kürzlich zum wunderbaren „Corpse Bride“ und „Nightmare before Christmas“ gefunden. Beides ebenfalls ganz feine Stop-Motion-Trickfilme, die ich sofort auf meinen „An-Halloween-gucken“-Stapel gelegt habe.
Und mit Halloween meine ich ja nicht nur den 31. Oktober, sondern auch die Zeit davor. Die Abende, an denen die Kürbisse geschnitzt werden, Herbst-Deko gegen Winterfrust verteilt wird… Und die Abende, an denen Death Jr. auf der Wii nochmal durchgezockt wird – auch ein klassisches Halloween-Spiel für mich.
Ja, ich bin sehr dankbar, dass die Halloweeen-Tradition hier eingeführt vermarktet wurde. Auch wenn sie nicht „echt“ ist, aus den USA importiert, total kapitalistisch und wasweißich sonst noch alles. Ich find’s schön. Denn eigentlich bin ich eine absolute Sommer-Tiffy. Ich brauche Sonne, Blumen, Licht. Gibt’s nicht viel im Herbst und Winter. Deshalb brauch ich die Halloween-Action und Grusel-Romantik. Und kaum ist das rum – kommt Weihnachten, achja. Anderes Thema.
Noch ein Halloween-Pflichttermin: Europa-Park-Besuch. Die haben eine unglaublich tolle Herbst-Deko, mit unfassbaren Mengen an Kürbissen. Aus allen Lautsprechern schallt „This is Halloween“ aus „Nigthmare before Christmas“. Eigentlich gibt’s noch ganz viele Halloween-Pflichtsachen. Ich muss eine Liste machen. Demnächst hier in diesem Theater!
Fantastisch. Gestern Coraline angeschaut – natürlich in 3D, obwohl die Brillen so schwer und unbequem sind. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das wirklich ein Stop-Motion-Film ist – also mit echten Puppen, die Frame für Frame bewegt und gefilmt werden. Als ich dann die endlose „Animators“-Liste im Abspann gesehen habe, da war ich baff – doch kein CGI-Film, alles echt.
Die 3D-Möglichkeiten sind sehr schön umgesetzt – und weitaus besser genutzt, als z.B. bei Ice Age 3. Ausgeschöpft sind sie jedoch noch lange nicht. Ein wunderbares Beispiel, was da alles geht: „Haunted House“ im 4D-Kino im Europa-Park (Wird dort im Herbst gezeigt, Halloween-Herbst-Pflichttermin).
Coralines echte Welt und vor allem die Paralell-Welt sind ganz wundervoll geworden. Märchenhaft, schön und doch meint man stets, einen dezenten Warnton im Hinterkopf zu hören. Ein unterschwelliges Grauen, das man nicht greifen und erklären kann. Und wer meint, es sei ein Kinderfilm: Als ich entsprechendes auf der Heimfahrt äußerte, war Mr. Tiffy ganz entrüstet. Das sei ja wohl nichts für Kinder. Albträume, Grusel und so weiter. Ja, da hat er Recht. Auch ohne Blut und Gemetzel. Aber Menschen mit dunklen Knöpfen statt Augen, große Gruselmonster und böse Spionage-Puppen… hört sich nicht schlimm an, ist aber für Kinder sicher keine leichte Kost. Dennoch, die Botschaft ist schön und wertvoll:
Nicht alles, was Gold ist, glänzt und alles hat seinen Preis. Für die vermeintlich heile Familie muss Coraline einen sehr hohen Preis bezahlen. Deshalb lieber das Beste aus dem machen, was man hat, als ständig fremden Schätzen nachjagen.
</ WortzumSonntag>.
Fazit: Ein wunderschönes Gruselmärchen für Herbstabende und Halloween-Gruselromantik.
–> Gleich auf die Kaufen-Liste gesetzt, damit ich das nächsten Herbst mit auf den Halloween-Filme-Stapel packen kann…